Stell dir vor, es wird Frühling und alle rennen hin

5. Obermain-Marathon in Bad Staffelstein

Seit Wochen freue ich mich schon auf die Abwechslung durch einen schönen Landschaftsmarathon. Doch wie sagte schon Johann Wolfgang von Goethe:

 

„Lachen, Weinen, Lust und Schmerz sind Geschwisterkinder.“

 

Ich wusste gar nicht, dass Goethe auch Marathonläufer war.

Helmut und ich starten heute beim Marathon. Birgit und Elisabeth beim Halbmarathon. Am Start folgt das Abklatschen mit alten Bekannten und Freunden. Rudi kommt mir entgegen. Erwin ist auch da (Bericht von Erwin). Wieder einmal treffe ich Alfred: „Was machst Du hier?“ „Warmlaufen für Mainz!“ „Alles klar, du alter Genussläufer!“ Und dann natürlich die obligatorische Frage: „Was hast Du heute vor?“ „Ich wollte eigentlich langsam mit 4:00min./KM anfangen und ab Kloster Banz rollen lassen mit 3:30“, scherzte ich. Ruck Zuck verging die Zeit. Schon wird runter gezählt. Dann fällt der Startschuss.

Vom Start geht es Richtung Bahnhof durch die Unterführung. Wir verlassen Bad Staffelstein und laufen über die Mainbrücke nach Unnersdorf. Alles noch sehr flach. Erst am Ortsausgang steigt die Straße leicht an. Dann rechts Richtung Neubanz, um dann kurz darauf nach links Richtung Forstgut abzubiegen. Alles noch sehr moderate Anstiege. Doch dann geht es richtig los! Am Waldrand beginnt die Steigung zur „Roten Marter“. Oben angekommen führt der Weg leicht wellig zum Kloster Banz. Das Gebäude liegt in seiner ganzen Herrlichkeit direkt vor uns.

Am Kloster Banz biegen wir links ab. Kurz darauf folgt das erste knackige Gefälle. Wir laufen weiter durch Hausen und erreichen Kilometermarkierung 9. Alles im grünen Bereich. Inzwischen haben sich auch die letzten Wolken verzogen. Die Sonne lacht, der Himmel leuchtet blau. Rechts ab über das Wehr nach Reundorf und weiter flach nach Grundfeld.

Hier geht es hoch zur „Basilika Vierzehnheiligen“. Der knackigste, längste Anstieg der ganzen Strecke. An der Basilika und der Brauerei Trunk laufen wir vorbei, um nach ca. 600 m rechts Richtung Staffelberg abzubiegen. Hier geht es relativ flach zu.

Am Staffelberg, dem höchsten Punkt der Strecke, haben wir die herrlichste Aussicht. Dann geht es wieder zurück. Schönstes Laufwetter. Das macht Freude beim Laufen.

Das Schlimmste ist überstanden. Beim Verlassen des Staffelberg-Plateaus ist es gewiss: Von nun an geht´s bergab! Das ist meine Motivation, denn auf der zweiten Hälfte gibt es nur noch wenige Zuschauer. Aber dafür umso mehr Landschaft.

Bei Kilometer 39 ist das Ziel schon greifbar nah. Die letzten 3 Kilometer liegen vor uns. Ein kurzer Blick auf meine Uhr sagt mir, dass sie stehen geblieben ist. Aber ich fühle mich gut. Meine Beine werden zwar immer schwerer. Doch ich bin zufrieden und kann mein Tempo halten. Wetter immer noch wunderbar. Durch den Wald und über Wiesen. Sightseeing inklusive. Jetzt bin ich froh! Das Stadion, die letzten Meter. Geschafft! Für heute reicht es mir. Noch eine Radlerhalbe und dann ist gut. Ab in die Therme!

Run happy and smell, äh smile!  

Copyright © Jochen Brosig  

Röttenbach, den 19. April 2009