20. Kersbacher Dreikönigslauf 2006
Es ist zwar nicht der Sibirian Ice Marathon, kurz SIM, aber beim Kersbacher Dreikönigslauf sollte man sich auch warm anziehen. Hier lockt die sportliche Herausforderung bei Minusgraden zu finishen. Pelzvermummte Ureinwohner, die Fränkischen Äboritschienies, kann man hier hautnah an der Strecke erleben. Je nachdem welche Kapriolen das Wetter schlägt, kann man hier von Windböen der Stärke Sturmflut über „Leise rieselt der Schnee“ bis zu „Holiday on ice“ so ziemlich alles erleben.

6. Januar 2006, der Tag vor der russich-orthodoxen Weihnacht. Heute sind optimale Bedingungen! 2 Grad Plus, nur ein leichter Wind und die Strecke ist schnee- und eisfrei. In Mitten einer Menschenmenge stehe ich auf der Waldstraße in Kersbach. Der Startschuß für den Hauptlauf über 12 KM wird hier in wenigen Minuten fallen. Wie jedes Jahr seit meinem Einstieg in die hiesige Laufszene, ist Kersbach der erste Formtest des neuen Laufjahres. Schon vor dem Start begegnen mir viele bekannte Gesichter. Helmut ist schon vor mir da. Und da kommen auch schon Dietrich und Manfred. Beim Warmlaufen geht es weiter: „Servus Wolfgang, wo hast Du denn den Harald gelassen?“ Der DAV Röthenbach ist jedes Jahr mit etlichen Läufern vertreten. „A g´sund´s Neues!“ Ich drehe mich um: „Grüß Dich Rudi, wie schaut´s denn heut´ aus?“ Rudi Riedel ein Lauffreund aus Hemhofen ist natürlich auch da. 10-9-8-7-6-5-4-3-2-1 und LOS!

Und schon geht es auf die erste Runde. Hier und da sieht man schwitzende Weihnachtsmänner mit weißen, wehenden Bärten im Teilnehmerfeld. Oh nein, Entschuldigung. Es waren nur ein paar Laufkameraden im roten Laufdress. In einer Einfahrt steht einer der „Heiligen Drei Könige“. Welcher? Also der Kaspar war es sicher nicht. Am Streckenrand winken uns jauchzende Kinder und ein paar mindestens 80-jährige Damen, Äboritschienies eben, mit Schals und Kochlöffeln zu. Kochlöffel, die dann wieder auf alte schmiedeeiserne Kochtöpfe nieder sausen. Was für ein Spaß, was für eine Motivation, allmächd wos für a Gaudi? What a feeling, eben.

Run happy!

Jochen Brosig  

Röttenbach, den 6. Januar 2006

 

Die erste Runde war viel zu schnell, dafür musste ich in der dritten Runde büssen. Aber es sieht gut für mich aus. Jetzt noch Mal gegen halten, das wird eine neue Bestzeit auf der Strecke. Nach der vierten Runde kommt die Ziellinie in Sicht. Ein toller Anblick in Kersbach. Hier versammeln sich die Zuschauer. Ein jeder Läufer wird die letzten Meter ins Ziel getragen. „Gib Gas!“ Wir geben noch mal alles und dann haben wir es geschafft. ZIEL, heißen die magischen vier Buchstaben. Alle sind glücklich über die erste Herausforderung des Jahres. Die Form ist im Aufbau, hier geht es nicht bierernst zu. Wir sind auch läuferisch im neuen Jahr angekommen. Jede Menge lustige, verschwitzte Gesichter starren mich an. Auch an meiner Nase hängen Schweißtropfen. Zusammengefrorene Wimpern und Eiszapfen an den Nasen gibt es heute nicht. Dafür aber warmen Tee und der tut sehr gut. Wie jedes Jahr ein gelungener Auftakt. Die Veranstaltung klappt rundherum tadellos und wir freuen uns auf nächstes Jahr. Dann also „Servus!“ bis zum 21. Kersbacher Dreikönigslauf.